Die Ausstellung Ideelle Vergangenheit ist nicht als Gegenüberstellung zu verstehen, sondern als Begegnung von zwei Künstlern, die auf unterschiedliche Weise Wirklichkeiten entwerfen.
Die Arbeiten von Bernard Embacher entstehen aus der Auseinandersetzung mit Fläche, Linie und Form. Fragmente fügen sich zu dichten Kompositionen, in denen sich Ordnungen bilden, verschieben und neu stabilisieren. Die Pastelle entwickeln Landschafts- und Objektassoziationen, ohne eindeutige Räume oder feste Zuordnungen auszubilden, und halten ein Gleichgewicht zwischen Struktur und Auflösung. Komposition erscheint hier als offener Prozess – als ein fortwährendes Ordnen ohne endgültige Festlegung.
Die Collagen von Timo Huber setzen an einem anderen Punkt an. Ausgangspunkt ist das Verführungspotential und die Irritationskraft alltäglicher Bildwelten. Auf analogem Weg gefundenes Material wird mit präzisen Schnitten des Seziermessers in einzelne Elemente zerlegt, verfremdet und überlagert. Es entstehen neue, komplexe Bildgefüge, in denen sich Realitätsebenen mit sozial- und gesellschaftskritischem Bezug überlagern.
Der Titel Ideelle Vergangenheit verweist auf eine gemeinsame Bewegung beider Positionen: Vergangenheit erscheint hier nicht als etwas Gegebenes, sondern als etwas Konstruiertes.
Vernissage: Samstag, 30. Mai 2026 – 19 Uhr,
Special: Freitag, 12. Juni 2026 - 19 Uhr
Matinee: Sonntag, 14. Juni 2026 – 11 Uhr