| Quelle | Contwise |
KLANGSPUREN - NAOMI
Die Veranstaltung
Ein bisschen Gott spielen wollte der Mensch wohl schon immer. Mittlerweile sind sogar Leben und der Tod zur Ware geworden: Die Longevity-Bewegung verspricht ein längeres Leben, wenn man nur kräftig zahlt, und auch Sterbehilfe ist mancherorts ein Produkt. In Jonah Havens komisch-surrealem Musikdrama „Naomi“ setzt die Firma Exit Mundi Inc. noch eins drauf: Sie verkauft Weltuntergänge, und das seit 20 Jahren. Als eines Tages eine engagierte Mitarbeiterin einem sprechenden Fuchs begegnet, der ihr den Namen Naomi – die Schöne, die Ehrliche – gibt, stürzt diese in die Identitätskrise. Für wie viele Tode ist sie schon verantwortlich? Sopranistin Juliet Fraser schlüpft in dieser Uraufführung virtuos in sechs Rollen. Auch Dilay Doğanays Stück beinhaltet eine kleine Erzählung: Es verklanglicht den Prozess der Interaktion mit einer KI. Wie bei der Generierung eines Bildes durch einen Algorithmus wird eine musikalische Kernidee in permanenten Feedbackschleifen sachte verändert und transformiert, bis das fertige Klangbild im Raum steht.
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